Ich habe inzwischen so viele Beiträge über Java, Programmieren und den Entwickleralltag geschrieben, dass daraus fast unbemerkt ein ziemlich umfangreicher Lernpfad entstanden ist. Das Problem: Die Artikel sind über Jahre hinweg entstanden und natürlich nicht in der Reihenfolge, in der ich sie heute einem neuen Auszubildenden oder Studierenden empfehlen würde.

Deshalb habe ich sie in diesem Beitrag einmal neu sortiert.

Vom ersten Kontakt mit Java über Objektorientierung, sauberen Code, Git und Maven bis hin zu Tests, Datenbanken und Webentwicklung findest du hier meine passenden Beiträge in einer Reihenfolge, die dich über einen längeren Zeitraum begleiten kann. Nicht als starren Lehrplan und auch nicht als Liste, die du möglichst schnell abhaken sollst, sondern als Orientierung, zu der du immer wieder zurückkehren kannst, wenn in Ausbildung, Studium oder im eigenem Projekt das nächste Thema vor der Tür steht.

 

1. Der Einstieg: Programmieren und Java verstehen

Ganz am Anfang geht es noch gar nicht darum, möglichst viel Java-Syntax auswendig zu lernen. Du solltest zunächst verstehen, was dich beim Programmieren erwartet, wie Java grundsätzlich funktioniert und wie du einfache Probleme selbst in Code übersetzt.

Ich würde ungefähr in dieser Reihenfolge starten:

Spätestens jetzt würde ich anfangen, regelmäßig kleine Aufgaben selbst zu lösen. Dafür ist meine Reihe Named Problems gedacht. Nicht einfach die Lösung lesen – vorher selbst überlegen und ausprobieren.

Ein guter Einstieg ist:

Und weil Programmieren gerade am Anfang nicht nur aus Technik besteht:

 

2. Objektorientierung und richtiges Java

Wenn Variablen, Bedingungen, Schleifen und Methoden nicht mehr völlig fremd wirken, beginnt der Teil, der Java wesentlich stärker prägt: die Objektorientierung.

Hier würde ich nicht versuchen, Vererbung, Interfaces und Polymorphie gleichzeitig zu lernen. Bau das Verständnis Schritt für Schritt auf.

Danach werden Collections und Generics wichtig:

Wenn du eigene Klassen baust, solltest du dich außerdem mit einigen Dingen beschäftigen, die auf den ersten Blick nach Details aussehen, später aber sehr wichtig werden:

Auch das Denken hinter dem Code wird jetzt wichtiger:

Ein Thema, das meistens irgendwann für Verwirrung sorgt, ist Rekursion. Dafür würde ich diese Reihenfolge nehmen:

 

3. Vom Programmieren zur Softwareentwicklung

Irgendwann kannst du Programme schreiben, die funktionieren. Das bedeutet leider noch lange nicht, dass du guten oder wartbaren Code schreibst.

Genau hier beginnt für mich der Übergang vom reinen Programmieren zur eigentlichen Softwareentwicklung. Dazu gehören sauberer Code, Fehlersuche, Versionsverwaltung, Builds, Tests und vor allem die Fähigkeit, vor dem Schreiben des Codes über das Problem nachzudenken.

Sauberer Code
Fehler finden und richtig behandeln
Git und Maven

Testen

Planung und Softwaredesign

 

4. Datenbanken, Webentwicklung und weiterführende Themen

Ab hier gibt es nicht mehr unbedingt die eine richtige Reihenfolge. Je nachdem, was in deinem Betrieb, Studium oder privaten Projekt verwendet wird, wirst du dich in unterschiedliche Richtungen bewegen.

Trotzdem gibt es einige Themen, die sehr häufig auftauchen.

Datenbanken und Persistenz
Webentwicklung
Enterprise Java und Frameworks

Wenn dein Betrieb mit Jakarta EE, JSF oder ähnlichen Technologien arbeitet, werden zusätzlich diese Artikel interessant:

Wenn dir stattdessen Spring begegnet:

Java-Themen für später

Diese Dinge würde ich nicht unbedingt in den ersten Wochen lernen. Sobald die Grundlagen sitzen, sind sie aber definitiv einen Blick wert:

Und irgendwann wirst du wahrscheinlich nicht mehr nur kleine Übungsprogramme schreiben, sondern in einer bestehenden Anwendung landen. Dann wird dieser Artikel interessant:

Denn genau dort merkt man meistens, dass Softwareentwicklung aus deutlich mehr besteht als dem Wissen über Java-Syntax.

Zum Abschluss würde ich deshalb noch ein paar Beiträge empfehlen, die eigentlich während des gesamten Lernwegs dazugehören:

Und falls du irgendwann wissen möchtest, wie viel von dem ganzen Java-Zeug eigentlich hängen geblieben ist:

Du musst nicht versuchen, diese Liste möglichst schnell abzuarbeiten.

Wenn du gerade Schleifen lernst, lern Schleifen. Wenn in deinem Projekt plötzlich Git wichtig wird, beschäftige dich mit Git. Wenn du zum ersten Mal eine Datenbank anbinden sollst, komm zurück und spring zum entsprechenden Abschnitt.

Und vor allem: Schreib eigenen Code.

Mach Fehler, lies Fehlermeldungen, benutze den Debugger, frag nach und bau kleine Projekte. Denn Programmieren lernt man am Ende nicht dadurch, dass man möglichst viele Artikel gelesen hat.

Die Artikel können dir nur dabei helfen, die Dinge zu verstehen, die dir auf diesem Weg begegnen.