Es gibt diese Momente im Leben eines Entwicklers, in denen man sich fragt: „Warum tue ich mir das eigentlich an?“
Nein, ich spreche nicht von den Tagen, an denen der Build 20 Minuten braucht, um mir dann mitzuteilen, dass irgendwo ein Semikolon fehlt. Ich spreche vom Lernen selbst - diesem aufregenden, aber manchmal auch nervenaufreibenden Abenteuer, in dem man jeden Tag ein kleines bisschen besser versteht, was im Hintergrund eigentlich passiert.
Und genau da beginnt meine kleine Geschichte darüber, warum meine Blogbeiträge fast ausschließlich auf Deutsch erscheinen. Nein, nicht weil ich Englisch nicht mag und auch nicht, weil mir das deutsche Tastaturlayout besonders ans Herz gewachsen wäre (obwohl ich zugeben muss: Ein Leben ohne Umlaute? Kaum vorstellbar). Nein - der Grund ist ein anderer und hat sehr viel mit dir zu tun. Ja genau: dir, der vielleicht gerade erst mit der Programmierung startet.
Erinnerst du dich an deinen ersten Berührungspunkt mit Programmierung? Vielleicht war es ein „Hello World“, das freundlich aus der Konsole blinkte. Vielleicht war es aber auch ein Fehler im Stil von:
NullPointerException: Cannot invoke "something" because something is null
Und du dachtest dir: „Was will dieses Programm eigentlich von mir?“
Viele Einsteiger befinden sich ohnehin schon mitten in einer Welt voller neuer Begriffe: Klassen, Objekte, Variablen, Frameworks, Protokolle, Abhängigkeiten, Pipelines, Deployments… und während man versucht, diesen Dschungel zu durchschauen, begegnet einem eine weitere Herausforderung: Die gesamte Fachliteratur, Tutorials, StackOverflow-Antworten und Video-Kurse sind… surprise... auf Englisch!
Versteh mich nicht falsch: Englisch ist in der IT eine superwichtige Sprache. Ohne Englisch geht’s in diesem Beruf eigentlich gar nicht - spätestens beim ersten Fehler, der auf StackOverflow erklärt wird. Aber muss man als kompletter Anfänger wirklich alles gleichzeitig lernen? Programmierkonzepte, Logikverständnis, Denkmodelle, Werkzeuge, Tools, und dann auch noch fachliches Englisch?
Ich habe damals selbst mit einer Umschulung begonnen - ohne akademischen Hintergrund, ohne jahrelange IT-Erfahrung. Und ich weiß noch ziemlich gut, wie überwältigend das alles war. Jeder neue Begriff fühlte sich an wie ein weiterer Bossfight. Und während ich mich mühsam durch englische Tutorials und halb übersetzte Dokumentationen gekämpft habe, fragte ich mir immer wieder: „Warum gibt es das eigentlich nicht in einfacherer Sprache?“
Diese Frage hat mich über die Jahre begleitet. Und eines Tages beschloss ich: Wenn es niemand tut, dann mache ich es eben selbst.
Ich schreibe auf Deutsch, weil ich möchte, dass du dich beim Lernen nicht wie in einem Escape-Room fühlst, in dem jede Lösung auch noch ein Wörterbuch erfordert. Ich möchte, dass du dich aufs Verstehen konzentrieren kannst - und nicht aufs Übersetzen.
"Aber Marcy, in der IT ist doch alles Englisch! Lohnt sich das überhaupt?“, höre ich dich schon rufen. Die Antwort ist "Ja"! Und weißt du warum? Weil Lernen leichter ist, wenn man erst einmal eine solide Grundlage hat. Wenn du verstehst, warum eine Klasse existiert, wofür ein Interface gut ist und weshalb man bestimmte Muster nutzt - dann macht es dir später auch viel weniger aus, dieselben Konzepte auf Englisch zu sehen. Und genau das ist mein Ziel. Ich möchte dir den Einstieg erleichtern, damit du später selbstbewusst und entspannt in die englische Fachwelt eintauchen kannst.
Es ist ein bisschen so, wie wenn du jemandem Schwimmen beibringst: Du wirfst die Person ja auch nicht direkt in die Nordsee bei Windstärke 8. Man fängt im flachen Wasser an. Und genau dieses flache Wasser möchte ich dir bieten.
Manche denken vielleicht, „wenn es nicht auf Englisch ist, ist es bestimmt nicht ‚professionell‘ genug.“, aber lass mich dich beruhigen: Sprache hat nichts mit Qualität zu tun. Ich könnte denselben technischen Inhalt natürlich auch auf Englisch schreiben. Aber ich würde damit riskieren, dass ein Anfänger den Kern der Botschaft gar nicht erst erreicht. Und mal ehrlich, ich schreibe lieber verständliche Artikel in meiner Muttersprache, als komplizierte Texte in einer Fremdsprache, die sich am Ende so liest wie Google Translate nach drei Espresso.
Ich möchte einen Ort schaffen, an dem Einsteiger nicht über Begrifflichkeiten stolpern, keine Angst haben müssen, Fragen zu stellen, Inhalte lesen können, ohne vorher fünf Tabs mit Übersetzern zu öffnen und begreifen, bevor sie imitieren. Und wenn ich dafür sorgen kann, dass nur ein einziger Mensch dank eines deutschsprachigen Artikels schneller versteht, warum eine Schleife das macht, was sie macht - dann hat sich das Ganze schon gelohnt.
Natürlich wirst du irgendwann auch englische Dokus lesen müssen. Natürlich wirst du Bugs googeln müssen, deren Lösungen in internationalen Foren stehen. Aber du musst das nicht jetzt. Nicht am Anfang. Nicht während du ohnehin schon versuchst, herauszufinden, warum deine Variable nicht das tut, was du möchtest.
Darum schreibe ich meine Beiträge auf Deutsch, damit du den Kopf frei hast für das Wesentliche - fürs Lernen, fürs Ausprobieren, fürs Verstehen. Und wenn ich dich damit auch nur ein kleines Stück auf deinem Weg begleiten kann, dann freue ich mich riesig.
Wenn du Themenwünsche hast, Fragen, Unsicherheiten oder einfach neugierig bist - schreib mir gern. Ich verspreche dir: Die Antwort kommt auf Deutsch. Mit Umlauten. Ganz ohne Übersetzungsstress. Und vielleicht auch mit einem kleinen Schmunzeln. 😉
